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| Open Source & Profit | | Drucken | |
| Montag, 21.05.2007 | |
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Die New York Times liefert einen lesenswerten Beitrag über die Firefox-Entwicklung und die "Wachstumsschmerzen" des Projektes. Gemeint ist damit in erster Linie die finanzielle Ausstattung der Mozilla-Stiftung, die - für ein Open Source-Projekt - als geradezu üppig bezeichnet werden muss. Doch genau darin besteht auch ein Problem, denn wie kann ein Open Source-Projekt unabhängig und nicht-kommerziell bleiben, wenn es gleichzeitig für das kommende Jahr von einem Etat von 52 Millionen Dollar ausgeht und dieses Geld zu einem großen Teil on einem einzigen Geldgeber stammt? Denn es ist einem Vertrag mit Google zu verdanken, dass die Kasse der Mozilla-Stiftung so rege klingelt, und dass sogar schon ein kommerzieller Arm - die Mozilla Corporation - gegründet werden musste. Ein Schritt der hauptsächlich notwendig wurde, um Steuerfragen und andere Probleme anzugehen, die aus dem Vertrag mit Google resultieren. Wobei die Personalausgaben sich im Vergleich zu den Einnahmen sehr in Grenzen halten: Gerade 90 Mitarbeiter zählt Mozilla - nicht schlecht, wenn man dem die kulminierten Einnahmen der letzten Jahre von insgesamt über 100 Millionen Dollar gegenüberstellt. Allerdings tragen sehr viel mehr Menschen als nur diese Mitarbeiter zum Erfolg von Mozilla bei. Etwa 1.000 bis 2.000 Entwickler sollen im Laufe der Jahre an der Codierung beteiligt gewesen sein, weitere 10.000 fungieren als Beta-Tester und Zehntausende tragen durch verschiedene Maßnahmen aktiv zur Verbreitung der Software bei. Das eigentliche Kapital bilden aber die schätzungsweise 75 bis 100 Millionen Benutzer der Software beziehungsweise die vielen Millionen, die voraussichtlich in der Zukunft noch den Umstieg vom Microsoft Internet Explorer auf Firefox wagen. Sie machen das Projekt Mozilla für Google interessant, denn die Suchmaschine wird in der Software als Standardsuche integriert und sogar die per Voreinstellung gelieferte Startseite trägt einen Google-Suchschlitz. Doch Behauptungen, Googles Einfluss erstrecke sich auch auf die Codierung des Browsers, werden von Seiten Mozillas zurückgewiesen. So reagiert Asa Dotzler als Vertreter der Mozilla-Stiftung fast schon ungehalten, wenn behauptet wird, "die Hälfte der Top-Codierer Mozillas seien bei Google beschäftigt". Doch zu solchen Fehldarstellungen muss es kommen, weil die Details des Vertrages mit Google nicht bekannt gegeben werden.
Denn wie praktisch immer, pflegt die Suchmaschine auch in diesem
Fall die größte Geheimhaltung und beantwortet beispielsweise auch die
Fragen der New York Times nicht. Das aber wiederum passt wenig zu einem Open
Source Projekt, solange man auch im geschäftlichen Sinne "Offenheit" praktizieren will.
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